SPD Bietigheim-Bissingen

 

Bietigheimer Tag 2016

Industrie 4.0 - Arbeit - "Wer gewinnt, wer verliert"

Das Gespräch zwischen der Evangelischen Kirche und der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands.

Wie kann diese Entwicklung menschenwürdig gestaltet werden?

Wir laden Sie herzlich ein zum BIETIGHEIMER TAG 2016 ein und freuen uns auf Ihre Teilnahme.

Samstag, 9. April 2016, 14.00 bis gegen 16.00 Uhr Dürr Systems GmbH Einblicke in ein modernes Unternehmen, das Lösungen anbietet und Anlagen für Industrie 4.0. entwickelt.

zum Programm ...

Bietigheimer Zeitung Montag, 11. April 2016

Bietigheim-Bissingen

„Ohne Menschen geht’s nicht“

Bietigheimer Tag im Zeichen der Digitalisierung in der Arbeitswelt – Über Chancen und Risiken Ganz im Zeichen der vierten industriellen Revolution (Industrie 4.0) stand am Sonntag der diesjährige Bietigheimer Tag, einem seit 95 Jahren gepflegten Dialog zwischen evangelischer Kirche und SPD.

GÜNTHER JUNGNICKL

Bietigheim-Bissingen. Wir sind mitten drin in einer gewaltigen Veränderung der Arbeitswelt durch Digitalisierung. Trotzdem boomt die Wirtschaft, Arbeitsplätze in Hülle und Fülle, Firmen klagen über Fachkräftemangel. Bietigheim-Bissingens Oberbürgermeister Jürgen Kessing warnt jedoch an diesem Sonntagmorgen in der Stadtkirche in seinem Begrüßungswort: „Das ist kein Selbstläufer. Deshalb darf Automatisierung nicht zum Automatismus werden und daraus Massenarbeitslosigkeit.“ Die Angst spielt mit bei Industrie 4.0 oder auch Arbeit 4.0, der vierten industriellen Revolution. Aber muss man die haben? Droht tatsächlich eine Spaltung der Gesellschaft in Gewinner und Verlierer?

Professor Dr. Gerhard Wegner, Pastor und Direktor des sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD in Hannover: „Die Wahrheit liegt wie immer in der Mitte.“ Deshalb rät er dazu, die Chance wahrzunehmen, aber gleichzeitig alles zu tun, um die Gefahren, die daraus erwachsen könnten, zu minimieren. Tatsächlich steht die Arbeitswelt natürlich vor großen Umwälzungen.

Körperliche Arbeit wird durch Maschinen ersetzt, Arbeitszeit kann flexibler und familienfreundlicher gestaltet, Ressourcen können geschont und dennoch die Produktivität durch den Einsatz von Maschinen erhöht werden. Aber es könnte auch ganz anders kommen, wenn Unternehmen und der Staat nicht ihre große Verantwortung ernst nehmen. Wenn nämlich Massenarbeitslosigkeit daraus entsteht, die Ungleichheit der Lebensstandards und der Leidensdruck der Arbeitnehmer durch veränderte Arbeitsprozesse wächst.

Der Gewerkschafter Roman Zitzelsberger (Bezirksleiter der IG Metall Baden-Württemberg) kommt zu einem ähnlichen Ergebnis wie der Kirchenmann. „Ohne den Menschen wird’s nicht gehen“, sagt er. Denn Maschinen können nicht selbstständig denken oder handeln. Schon der bisherige Prozess der Automatisierung habe gezeigt, dass es die Fabrik ohne Menschen nicht gibt, weil daraus neue Berufsbilder entstanden sind. Das setze jedoch höhere Qualifikation, Kooperationsbereitschaft und Kreativität der Mitarbeiter voraus. Auch Zitzelsberger setzt deshalb eher auf die großen Chancen, die Industrie 4.0 bieten kann: Nämlich ebenso gesunde wie qualifizierte Arbeit und selbstbestimmtes Zeitmanagement. Ganz im Sinne des Mottos: „Technik muss dem Menschen dienen.“ Das setze allerdings voraus, dass die Arbeitsplätze ebenso sicher sind, wie die geistige und körperliche Unversehrtheit durch den verbrieften Sozialausgleich. Und es setzt die nötigen gesetzlichen Rahmenbedingungen voraus, damit nicht dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet werden, weil Gewinnmaximierung das oberste Credo ist.

In der anschließenden offenen und sehr lebhaften Diskussionsrunde im benachbarten evangelischen Gemeindehaus sorgen sich Zuhörer um Altersarmut und Globalisierungsopfer, um die Steuereinnahmen des Staates und die Zukunft des Handwerks. Dass angesichts der Digitalisierung die schon einmal verworfene Maschinensteuer eine fröhliche Renaissance feiern könnte, glauben jedoch weder Professor Wegner noch Zitzelsberger. Dann doch schon eher an eine konsequente Besteuerung von Vermögen beziehungsweise die radikale Verfolgung von Steuerhinterziehung in großem Stil, die den deutschen Fiskus Jahr für Jahr mehr als 50 Milliarden an Einnahmen kostet.

In zwei Impulsreferaten stellten sich auch zwei Vertreter von direkt Betroffenen der bisherigen Digitalisierung vor: Andreas Lukesch, Chefredakteur der Bietigheimer Zeitung, sowie Thomas Wenzler von der ISAK GmbH, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Karlshöhe Ludwigsburg, die Körperbehinderten zu Lohn und Brot verhilft. Die Zeitungsverlage seien seit Jahren einem permanenten Wandel ausgesetzt, der im Produktionsbereich auch schon zum Wegfall von Berufsbildern geführt habe. Heute stellten sich die Verlage der Digitalisierung, die vor allem für die Kommunikation zwischen Redaktion und Lesern ganz neue Möglichkeiten eröffne. „Nachrichtenmacher und Nachrichtenkonsumenten begegnen sich eher auf Augenhöhe. Das bringt Vorteile für beide Seiten und ermöglicht es den Zeitungen, sich als Qualitätsmedien zu profilieren“, sagt Lukesch. Behinderte Menschen oder auch gering Qualifizierte erscheinen in vielen Diskussionen um die Digitalisierung der Arbeitswelt als die großen Verlierer.

Tatsächlich ist für jeden Einzelnen die Qualifikation der Schlüssel, um den Wandel mitgehen zu können. Die Technisierung der Arbeitswelt kann aber auch für Behinderte neue Chancen bieten, meint Wenzler, indem etwa Roboter und Maschinen die Defizite von Arbeitnehmern mit Behinderungen ausgleichen und ihnen so zu neuen Beschäftigungsmöglichkeiten verhelfen könnten.

Info Der Bietigheimer Tag hatte bereits am Samstag mit einem praktischen Anschauungsunterricht begonnen – und zwar mit einer Betriebsbesichtigung bei Dürr Systems in Bietigheim-Bissingen, also da, wo Industrie 4.0 – oder auch die Smart Factory – bereits vorgedacht und vorgelebt wird. Weitere Beiträge zum Thema aus dem Samstags-Schwerpunkt der BZ gibt es noch online auf www.bietigheimerzeitung.de

 

Suchen

 

Termine

29.08.2017, 19:00 Uhr - 22:00 Uhr SPD-Ortsverein Vorstandssitzung
Fraktionszimmer

29.08.2017, 19:00 Uhr - 22:00 Uhr SPD-Ortsverein Vorstandssitzung
Fraktionszimmer

06.09.2017, 20:00 Uhr SPD-Bürgergespräch
nähere Infos folgen ...

14.09.2017, 19:00 Uhr - 22:00 Uhr SPD-Ortsverein Vorstandssitzung
Fraktionszimmer

04.10.2017, 20:00 Uhr SPD-Bürgergespräch
nähere Infos folgen ...

10.10.2017, 19:00 Uhr - 22:00 Uhr SPD-Ortsverein Vorstandssitzung
Fraktionszimmer

Alle Termine

 

Unser Bundestags-Kandidat

  Thomas Utz

  SPD-Kandidat Wahlkreis

  Neckar-Zaber für die

  Bundestagswahl

  www.unserUtz.de

 

Wer ist Online

Jetzt sind 3 User online