Bietigheim-Bissingen, 16. Oktober 2025. – Bildung bewegt! Rund 80 Gäste kamen am Donnerstagabend in den vollbesetzten Saal des Germania am Viadukt in Bietigheim-Bissingen, um gemeinsam über den Zustand der Schulen in Baden-Württemberg zu diskutieren. Unter dem Titel „Alarmstufe Schule – Gute Bildung in Baden-Württemberg?“ hatte SPD- Landtagskandidat Daniel Haas gemeinsam mit dem SPD Ortsverein Bietigheim-Bissingen zur Podiumsdiskussion eingeladen. Auf dem Podium saßen Andreas Stoch, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion und ehemaliger Kultusminister, Farina Semler vom GEW-Landesvorstand, Markus Nutz, Schulleiter der Waldschule Bissingen, Baran Rahimi vom Landesschülerbeirat sowie Florentine Kochanski, Vertreterin der Elternschaft. Gemeinsam beleuchteten sie, warum Unterrichtsausfälle, Lehrkräftemangel und fehlende Unterstützung an Schulen immer häufiger zum Alltag gehören – und welche politischen Lösungen jetzt nötig sind .
In seinem Impulsvortrag machte Andreas Stoch deutlich, dass Baden-Württemberg dringend eine Kurskorrektur braucht: „Ohne verlässlichen Unterricht keine gute Bildung. Die Landesregierung darf Unterrichtsausfall nicht länger als Normalzustand hinnehmen. Wir brauchen endlich eine Unterrichtsgarantie – und zwar eine, die Qualität sichert, Lehrkräfte entlastet und Schulen handlungsfähig macht.“ Er erinnerte daran, dass Bildungspolitik die Grundlage jeder erfolgreichen Gesellschaft sei – und dass Baden-Württemberg lange Zeit einmal bundesweit führend gewesen sei: „Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass unser Bildungssystem abrutscht. Wir brauchen eine Politik, die wieder Mut hat, zu gestalten – nicht nur zu verwalten.“ Daniel Haas: „Das Land muss endlich Verantwortung übernehmen“
Daniel Haas, Moderator der Veranstaltung und SPD-Landtagskandidat, verband die politische Debatte mit einer sehr persönlichen Perspektive: „Als Vater eines Grundschülers sehe ich jeden Tag, wie viel Herzblut Lehrerinnen und Lehrer investieren – und wie sehr sie gleichzeitig an ihre Grenzen kommen. Gute Bildung darf nicht vom Engagement Einzelner abhängen. Das Land muss endlich die Verantwortung übernehmen und die Voraussetzungen schaffen, damit Unterricht wieder regelmäßig, gut und gerecht stattfinden kann.“
Haas forderte, Bildung endlich wieder zu einem zentralen politischen Thema zu machen – und nicht länger auf die lange Bank zu schieben: „Wenn wir wollen, dass unsere Kinder morgen die Welt gestalten, dann müssen wir ihnen heute die besten Chancen geben – unabhängig vom Geldbeutel oder Wohnort.“ - „Gute Bildung darf kein Zufall sein“.
Auch die Perspektive der Schülerinnen und Schüler kam deutlich zur Sprache. Baran Rahimi vom Landesschülerbeirat fand klare Worte: „Wir Schülerinnen und Schüler wollen lernen, aber wir brauchen Verlässlichkeit. Wenn ständig Stunden ausfallen, fehlt Struktur, Motivation und letztlich Vertrauen in das System. Gute Bildung darf kein Zufall sein.“ Sie appellierte an die Politik, Jugendliche stärker in bildungspolitische Entscheidungen einzubeziehen – denn sie seien diejenigen, die die Folgen täglich spürten.
In der lebhaften Diskussion auf dem Podium und im Publikum wurde deutlich, dass die Herausforderungen groß, aber lösbar sind. Themen wie multiprofessionelle Teams, mehr Studienplätze für Lehramtsanwärter, eine bessere Krankheitsvertretungsreserve und die Entlastung von Verwaltungsaufgaben wurden intensiv diskutiert.
Farina Semler von der GEW forderte dabei ein klares Umdenken in der Bildungspolitik: „Wir brauchen mehr Personal, Zeit und Vertrauen in die pädagogische Arbeit. Schulen müssen wieder Orte werden, an denen Lernen Spaß macht – für Kinder und Lehrkräfte.“
Markus Nutz, Schulleiter der Waldschule Bissingen, berichtete eindrücklich aus der Praxis: „Wir kämpfen täglich dafür, dass Unterricht stattfinden kann. Aber die Ressourcen reichen hinten und vorne nicht. Wir brauchen weniger Bürokratie und mehr Handlungsspielraum vor Ort.“
Zum Abschluss zeigte sich Daniel Haas hochzufrieden mit der Resonanz: „Das große Interesse zeigt, wie sehr das Thema den Menschen unter den Nägeln brennt. Es ist höchste Zeit, dass wir über Bildung nicht nur reden, sondern sie endlich wieder möglich machen – für alle Kinder, an allen Schulen.“